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Kampagne "Gleiche Arbeit - Gleiches Geld"

Leiharbeit: Verleiher dürfen nicht ans Zeitkonto

03.02.2012
Leiharbeit: Verleiher dürfen nicht ans Zeitkonto
Viele Verleihunternehmen verrechnen verleihfreihe Zeiten als Minusstunden auf Arbeitszeitkonten. Damit wälzen sie ihr unternehmerisches Risiko auf die Beschäftigten ab. Dieses Vorgehen ist allerdings gesetzeswidrig. Die einsatzfreien Zeiten von Leiharbeitnehmern dürfen nicht auf deren Arbeitszeitkonto als Minusstunden verrechnet werden. So steht es im Gesetz. Weder dürfen Minusstunden verbucht noch zuvor geleistete Überstunden abgebaut  werden. Das ergibt sich aus Paragraf 11 Absatz 4 des sogenannten Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes.
Da hier eine gesetzliche Regelung besteht, dürfen auch keine Gesamtbetriebsvereinbarungen, die anderes regeln, gelten. Viele Leiharbeitsfirmen halten sich nicht daran. Es lohnt sich hier aber, als Leiharbeitnehmer den Anspruch geltend zu machen.
(Quelle: metall 02/2012, S.7)

Aktuelles rund um Leiharbeit:
www.gleichearbeitgleichesgeld.de

 

Sichere Arbeit und faire Bedingungen - statt Lohndrückerei und Zukunftsangst

23.02.2011

IG Metall startet Initiative "Gleiche Arbeit -Gleiches Geld" mit Aktionstagen im Februar.

Den Auftakt zu den betrieblichen Aktionstagen für "Sichere Arbeit und faire Bedingungen - statt Lohndrückerei und Zukunftsangst" machten die Kolleginnen und Kollegen am 23.02.2011 auf dem Hüttengelände.

Hartmut Meine, IG Metall-Bezirksleiter für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, kritisierte auf der Kundgebung vor Tor 1 der Salzgitter AG die dramatische Zunahme von prekären Beschäftigungsverhältnissen.

Am 24.02. beteiligten sich die Belegschaften bei Bosch, Volkswagen, Stoll, MAN, SMAG, Magna und Meyer. Den Abschluss der drei Aktionstage markieren die Beschäftigten von Funkwerk.

In rund 15 Betrieben und in den Innenstädten in Salzgitter und Peine ist Leiharbeit diese Woche Thema. 

Pressemitteilung der IG Metall Salzgitter-Peine vom 22.02.2011

Pressemitteilung der IG Metall Bezirksleitung vom 23.02.2011

Pressemitteilung des Betriebsrates Volkswagen vom 24.02.2011

Resolution der gewerkschaftlichen Vertrauensleute bei VW

Flugblatt der gewerkschaftlichen Vertrauensleute der SMAG

Bildergalerie 23.02.2011 bei der SZAG (hüttenweiter Aktionstag)

Bildergalerie 24.02.2011 bei Bosch, Volkswagen, MAN, SMAG, Stoll

Bildergalerie 25./26.02.2011 bei FEC, am Infostand in Peine

 

+++ Kampagnenstart in 2011 +++

Mit „Gleiche Arbeit – Gleiches Geld“ bringt die IG Metall Salzgitter-Peine eine auf Bundesebene gestartete Initiative zur fairen Gestaltung der Leiharbeit auf die regionale Ebene. Der Start der Initiative Leiharbeit wird im Frühjahr 2011 erfolgen.

Drei ehemalige Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung unterstützen die Initiative als Schirmherren: Dr. Norbert Blüm, Dr. Herbert Ehrenberg und Walter Riester.

Vor Ort wird die Initiative bereits namentlich von über 100 Betriebsräten und Vetrauensleuten getragen, darüber hinaus gibt es  über 40 „prominente Unterstützer“ von amtierenden und ehemaligen Oberbürgermeistern in Salzgitter. Vom Bürgermeister in Peine, von den meisten Fraktions- und Parteivorsitzenden in Salzgitter und Peine. Auch von Mitgliedern des Bundes- und Landtages , von Wohlfahrstverbänden und auch von 142 Betriebsräten aus dem Salzgitter AG Konzern (bundesweit).

 

Mit unserer Initiative verbinden wir eine Erklärung über „Mindeststandard“ für Leiharbeit in Salzgitter und Peine, sie wird Teil unserer Forderung an alle Arbeitgeber sein. 

 

Aberkennung der Tariffähigkeit für Christliche Leiharbeitsgewerkschaft

Das Bundesarbeitsgericht hat am 14.12.2010 entschieden, dass die Tarifgemeinschaft Christlicher Gewerkschaften für Zeitarbeit und Personalserviceagenturen (CGZP) nicht tariffähig ist. Damit sind die von der CGZP abgeschlossenen Tarifverträge, mit denen der im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) vorgesehene Grundsatz der Gleichbehandlung mit den Beschäftigten des Einsatzbetriebes deutlich verschlechtert wird, unwirksam.

 

Dies hat zur Folge, dass die Leiharbeitnehmerinnen und- arbeitnehmer, die unter diese "Tarifverträge" fallen, Ansprüche auf die Unterschiede bei Lohn und Sozialabgaben haben.

 

Das Urteil des Bundesarbeitsgerichts hat darüber hinaus eine grundsätzliche gesellschaftspolitische Bedeutung. Es versperrt Arbeitgebern den Weg mit (z.T.selbst initiierten) Gefälligkeitsgewerkschaften Niedriglohn-Tarifverträge abzuschließen. Eine tariffähige Gewerkschaft ist nur – so das BAG – wer mächtig ist, d.h. genügend Mitglieder hat, streikfähig ist und damit auf Augenhöhe mit den Arbeitgebern verhandeln kann.

 

Leiharbeiter müssen ihre Ansprüche geltend machen!

 

 

  1. Dies gilt für alle Leiharbeiter, in deren Arbeitsverträgen auf Tarifverträge mit dem „Arbeitgeberverband Mittelständischer Personaldienstleister (AMP)“ Bezug genommen wird.
  2. Das gilt auch für Leiharbeiter, deren Verleihunternehmen einen Tarifvertrag mit der CGZP haben.

 

Presseerklärung Bundesarbeitsgericht

Nachforderung der Lohndifferenz - Muster

Geltendmachung von gleicher Vergütung - Muster

Beispiel für die Entgeltabrechnung bei Equal-Pay

Auskunftverlangen nach §13AÜG - Muster

Nacherhebung von Sozialversicherunsbeiträgen

Antrag auf rückwirkenden Beitragseinzug der Sozialversicherungsbeiträge - Muster