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+++ SCHACHT KONRAD +++

Das letzte "Arbeiter und Bauern-Bündnis" der Republik

29.08.2017 | Die Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad feierte am 26. August ihr 30-jähriges Jubiläum. Mit der Gründung einer Arbeitsgemeinschaft sollte der einzeln stattfindende Widerstand in der Region gegen Atommüll in Schacht Konrad gebündelt werden. Und das ist seit 1987 trefflich gelungen! Über den langen Zeitraum hinweg war die AG Schacht Konrad immer wieder Motor der Widerstandsbewegung. In ihr fügen sich Widerstand, Engagement und fachliche Kompetenz zusammen.

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Auch die IG Metall Salzgitter war von Anfang an dabei und hat über die örtlichen Aktivitäten hinaus auch für eine bundesweite Positionierung der Metallerinnen und Metaller gesorgt: Die Ablehnung der Atomenergie wie auch von Schacht Konrad als atomares Endlager sind mittlerweile Beschlusslage der bundesweiten IG Metall.

Zu der bunten Feier der Arbeitsgemeinschaft waren zahlreiche befreundete Atomkraftgegner aus anderen Regionen angereist und überbrachten Grüße und Glückwünsche. Von allen wurde betont, dass das Besondere am Widerstand in dieser Region und der AG Schacht Konrad sei, dass es eine tiefe Verwurzelung in der Gesellschaft gibt, so dass ganz unterschiedliche Gruppen an einem Strang ziehen. Trotz inhaltlicher Unterschiede in anderen Fragen, sind Landvolk, Stadt SZ und IG Metall dauerhaft in der Lage, den Widerstand gegen Schacht Konrad zu bündeln und tatkräftige Aktionen folgen zu lassen. Zu erinnern sei an die Unterschriftenkampagne, die 2015 binnen weniger Wochen rund 70.000 Einwendungen zusammen brachte. „Wir haben dem Staatssekretär gezeigt, was es heißt, eine ganze Region gegen sich zu haben“, kommentierte Wolfram Skorczyk (Stadt Salzgitter) die Aktion in seinem Grußwort.
IG Metall und Landvolk verweisen in diesem Zusammenhang auf das letzte funktionierende Bündnis aus Arbeitern und Bauern in dieser Republik. „Hier gibt es zwar mehr Metaller, als Bauern, aber der tiefe Bass unserer Dieselmotoren begleitet jedwede Demo und die Traktoren sind zugleich optischer Anfang und Schlusspunkt jeden Demozuges!“ betonte Uli Löhr vom Landvolk.
Das Bündnis und die AG Schacht Konrad haben es geschafft, das geplante Atomare Endlager Schacht Konrad zum regionalen Thema zu machen. Die Kommunen und Städte um Salzgitter herum haben begriffen, dass Strahlung nicht an der Gemeindegrenze halt macht und unterstützen den Widerstand.

„Widerstand kostet nicht nur Engagement, sondern auch Geld“, brachte es Wolfgang Räschke (IG Metall Salzgitter-Peine) auf den Punkt. Daher kamen viele Gratulanten mit Umschlägen, in denen nicht nur Glückwunschkarten waren. Wolfgang Räschke überreichte im Namen der IG Metall Salzgitter-Peine einen Scheck in Höhe von 4000,- €. Er machte ausdrücklich darauf aufmerksam, dass auf die IG Metall in Sachen Widerstand auch weiterhin Verlass sein wird. Neben den vielen kleinen und großen Aktionen von Metallerinnen und Metallern waren wohl die beiden Arbeitsniederlegungen am 31. Mai 2000 und am 26. März 2006 die Spektakulärsten; sie wurden gar als „mediale Ente“ bezeichnet: In einigen Internetforen wollte niemand wirklich daran glauben, dass über 5000 Beschäftigte während der Arbeitszeit auf die Straße gegangen sind, um gegen die Einlagerung von Atommüll in ihrer unmittelbaren Nähe zu protestieren.

Insgesamt ist die AG Schacht Konrad auch in Zukunft auf die Bündnispartner wie auch auf eine finanzielle Unterstützung angewiesen, um den Widerstand aufrecht zu erhalten. Neben Spenden ist es wichtig, die Basis an Mitgliedern weiter auszubauen. Denn auch kleine Beträge helfen: Für 5,11€ monatlich kann man Mitglied bei der AG Schacht Konrad werden und die Arbeit der Atomkraftgegner unterstützen.
Denn in einer weiteren Sache waren sich alle Gratulanten einig:
Obgleich die Bauarbeiten am Schacht voranschreiten, bleibt der Widerstand erhalten. Denn solange kein Atommüll tatsächlich eingelagert ist, gibt es weiterhin die Chance dieses unsinnige Projekt Konrad zu verhindern.

 

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