IG Metall Salzgitter-Peine
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17.11.2019, 03:11 Uhr

+++ IG Metall Jugend +++

Bella Ciao – Auf den Spuren der Partisanen

  • 17.10.2019
  • Aktuelles, Jugend

Bereits im zweiten Jahr organisierte die IG Metall Jugend Salzgitter-Peine den internationalen Bildungsurlaub „Bella Ciao – Auf den Spuren der Partisanen“ in Italien. 13 junge Kolleg*innen aus unseren Betrieben machten sich in der zweiten Oktoberwoche mit dem Zug auf den Weg nach Reggio Emilia, um sich mit dem Widerstand in der Resistenza gegen Faschismus und Nationalsozialismus auseinander zu setzen.

Begleitet wurde der Bildungsurlaub von dem Bildungsinstitut ISTORECO aus Reggio, deren deutsche Mitarbeiter*innen die Gruppe in Empfang nahmen. Diese organisierten die Termine mit Zeitzeug*innen, standen der Gruppe als Übersetzer*innen zur Seite und lieferten spannende Einblicke in die Arbeit und das Archiv am Institut, welches riesige Mengen an Zeitzeugeninterviews und Originaldokumenten sammelt und aufbereitet.

Besondere Programmpunkte waren der Besuch des Museums der ersten „Partisanenrepublik“ in Montefiorino, der Input auf dem Pietra di Bismantova zum Zusammenwirken von Partisanengruppen und den vorrückenden Alliierten und das Zeitzeuginnengespräch mit Giacomina Castagnetti, die als „Stafette“ die Versorgung und den Schutz von Partisanen organisiert hatte.  Ebenso beeindruckend war das Treffen mit dem Partisanen Francesco „Volpe“ Bertacchini, der als junger Mann „in die Berge“ gegangen ist, um sich gegen den Faschismus zu organisieren.

Ein Teil des Seminars war auch der Erinnerungsarbeit vorbehalten. So besuchte die Gruppe den Ort Marzabotto. Dort verübten deutsche Truppen das schlimmste Massaker an der italienischen Zivilbevölkerung. Ende September 1944 ermordeten sie 770 Menschen in der Bergregion um den Monte Sole. Dort unternahm das Seminar einen Rundgang zu den Orten des Massakers, begleitet durch Lesungen der Berichte von Zeitzeugen und einem Vortrag über die juristischen Folgen der Resistenza.

Am Beispiel der Parmesan-Käserei-Genossenschaft La Grande wurde sich mit der wirtschaftlichen Entwicklung in der Nachkriegszeit auseinandergesetzt. Politisch wurde die Phase der Sozialproteste der 60er, 70er und 80er Jahre behandelt und die benachbarte Stadt Bologna besucht. Dort wurde ein geführter Rundgang im Bahnhof Bologna mit Cinzia Venturola organsiert, zum rechtsterroristischen Bombenanschlag am 2. August 1980. Bei diesem wurden 85 Menschen getötet und mehr als 200 verletzt. Mit dem Besuch des Sozialen Zentrums „Casa Bettola“ in Reggio wurde zudem eine Diskussion über soziale Konflikte in der italienischen Gegenwart organisiert.

Auch wenn die Seminartage von einem sehr umfangreichen Programm bestimmt wurden, hat sich eine tolle Gruppendynamik entwickelt und auch das kulinarische Italien wurde erkundet. Wir bedanken uns bei allen Unterstützer*innen des Bildungsurlaubs, insbesondere beim Ortsvorstand und bei der RESPEKT! Initiative, und hoffen auf eine erneute Durchführung mit einer Gruppe aus Salzgitter-Peine.  

Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg!


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