IG Metall Salzgitter-Peine
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26.05.2019, 04:05 Uhr

+++ Nie wieder Krieg - nie wieder Faschismus +++

Gedenkveranstaltung für die Opfer des Nationalsozialismus

  • 15.04.2019
  • Aktuelles

Auf dem ehemaligen Appellplatz der Dokumentationsstätte KZ Drütte fand am 11. April 2019 eine bewegende Gedenkveranstaltung statt. Sie wurde vom Arbeitskreis Stadtgeschichte in Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat der Salzgitter Flachstahl GmbH veranstaltet. Rund 250 Gäste nahmen teil.

Zu Vorbereitung hatten Auszubildende ein Vorbereitungsseminar durchgeführt und dabei eine Rede und eine Kollage zu Klängen im Konzentrationslager erarbeitet. Dazu setzten sie sich mit Berichten von Überlebenden auseinander, die von den Belastungen durch Geräusche erzählten. In ihren Erinnerungen spielt der Lärm eine große Rolle. Auch die kurze Erholungszeit in den Unterkünften war davon geprägt. Über dem Lager verlief die Hochstraße mit Lieferverkehr. Im Lageralltag
umgab sie ein Stimmengewirr verschiedenster Sprachen die Häftlinge. Und der jeweilige Arbeitsplatz hatte seine ganz eigenen Geräusche.
Auf dieses Projekt „Lebensrhythmus – Überlebensrhythmus“ folge die Kranzniederlegung in Gedenken an die damaligen Häftlinge und Opfer des Konzentrationslagers.
In seiner Rede unterstrich Hasan Cakir, Betriebsratsvorsitzender der Salzgitter Flachstahl, den Stellenwert der Dokumentationsstätte KZ Drütte.
Mit der Auseinandersetzung werde eine lebendige Erinnerungskultur in Salzgitter gepflegt, deren Ausbau und Erhalt ein wichtiges Anliegen nicht nur der Hütten-Belegschaft sei. "Wir werden weiterhin dafür sorgen, dass die Verbrechen des deutschen Faschismus nicht in Vergessenheit geraten" machte er nachdrücklich deutlich.

Auch Georgios Arwanitidis, Arbeitsdirektor und Mitglied der Geschäftsführung bei Mannesmann Precision Tubes GmbH, betonte die Bedeutung der Gedenkstätte. Er sieht in der Gedenkstätte vor allem auch eine Lernstätte. "Indem wir uns daran erinnern, zu welcher Brutalität das schleichende Gift von Nationalsozialismus, Rassismus, und Populismus führen kann, schärfen wir auch unsere Antennen für die Entwicklungen von heute", so Arwanitidis in seiner Rede auf dem einstigen Appelplatz.


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