IG Metall Salzgitter-Peine
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17.08.2019, 11:08 Uhr

+++ Internationaler Tag gegen Rassismus +++

Rund 1800 Menschen feiern ein Fest für Demokratie und Solidarität

  • 21.03.2019
  • Aktuelles

Anläßlich des Internationalen Tages gegen Rassismus haben sich in Salzgitter IG Metall, Betriebsleitungen, Vereine, Verbände und Schulen zusammengetan, um ein deutliches Zeichen für Solidarität und Resprekt zu setzen. Hetze und Gewalt haben keinen Platz in Salzgitter!

Die mutige Idee, für den 21. März eine Außenveranstaltung zu planen, ist aufgegangen: Bei strahlend blauem Himmel und fast sommerlichen Temperaturen kamen rund 1800 Menschen zum Tor 1 der Salzgitter AG, um für Demokratie, Respekt und Solidarität ein deutliches Zeichen zu setzen.

Die beteiligten Organisationen sorgten mit ihren Ständen für das leibliche Wohl. So konnten die Gäste bei Pilzpfanne und Bionade dem kurzweiligen Bühnenprogramm folgen.

Zu Beginn gab es Musik von Mind Erosion. Nach der Begrüßung des 1. Bevollmächtigten der IG Metall Salzgitter-Peine, Matthias Wilhelm, sprach der Oberbürgermeister Frank Klingebiel sein Grußwort. Er erinnerte an die historischen Wurzeln der Stadt, in der Zuwanderung und Multikulturalität schon immer eine große Rolle gespielt haben. Solidarität sei das Fundament der Stadt Salzgitter, betonte er in seiner engagierten Rede. Frieden, Freiheit, Toleranz und Nächstenliebe müssten überall tagtäglich in Schulen, Betrieben, Familien und Vereinen aufs Neue gelebt werden. Keine Gesellschaft sei davor gefeit, seine Grundwerte zu verlieren. Daher bedarf es Zivilcourage, um aktuelle Entwicklungen kritisch zu beobachten, um bereits den Anfängen zu wehren. Aus der Geschichte lernen, heißt auch, politisch verantwortlich zu handeln. Dieses Fest der Demokratie zeigt erneut: In Salzgitter gibt es keinen Platz für Rassismus - keinen Fußbreit!

Es folgte Rap aus Hannover von und mit Deeooh ("Wir sind mehr!").

Anschließend gab es Beiträge von Schülerinnen und Schülern:

Von der IGS zeigten Özlem und Jonus auf, wie wichtig es ist, gemeinsam gegen Rassismus vorzugehen. Sie zitierten Nelson Mandela, der der Auffassung war, es sei leichter, Liebe zu lernen, als Hass zu verbreiten: "Niemand wird geboren, um einen anderen Menschen zu hassen. Menschen müssen zu hassen lernen und wenn sie zu hassen lernen können, dann kann ihnen auch gelehrt werden, zu lieben, denn Liebe empfindet das menschliche Herz viel natürlicher als ihr Gegenteil." Daran anschließend performten die Lightlines (Phillip und Kilian) ihren selbst geschriebenen Song für Frieden und Liebe. Ihnen folgte ein Beitrag der Schülerband des Kranich Gymnasiums.

Die Personalleiterin von Volkswagen Salzgitter, Frau Börsing, sprach über die internationalen Verflechtungen des VW-Konzerns, in dem 665.000 Beschäftigte rund über den ganzen Globus beschäftigt seien. Volkswagen sei ein Konzern der Vielfalt und dies gelte auch im Kleinen für den Standort Salzgitter. Die knapp 7000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommen aus 32 verschiendenen Nationen. Viele Kolleginnen und Kollegen aus Salzgitter werden aktuell quer über den Globus an anderen Standorten eingesetzt. Da ist es wichtig, dass die Menschen im Ausland willkommen sind und aufgenommen werden, ebenso wie hier in Salzigitter Menschen aus anderen Nationen willkommen sind und ein zu Hause finden. Volkswagen steht für Weltoffenheit, Toleranz und Vielfalt. Frau Börsting forderte abschließend alle Anwesenden auf, zu überzeugten Botschaftern für eine vielfältige Welt zu werden.

Herr Kieckbusch, Arbeitsdirektor der SZFG, kam extra aus der Aufsichtsratssitzung, um die Gäste des Festes zu begrüßen. Er wies darauf hin, dass die vielen Respekt!-Schilder nicht erst für den heutigen Tag in der Hütte aufgehängt wurden. Diese hängen schon lange, weil Respekt die gemeinsame Grundlage guter Zusammenarbeit sei.

Hasan Cakir, Betriebsratsvorsitzender der SZFG, war einer der Ideengeber für das Fest vor dem Tor 1. Ihm ist es wichtig, ein deutliches und öffentliches Zeichen dafür zu setzen, dass Salzgitter eine weltoffene und tolerante Stadt ist. Er fragte, was Salzgitter so stark gemacht habe. "Ja, das waren Stahl und Rüben. Aber auch viele andere Betriebe, deren Kolleginnen und Kolelgen heute hier sind. Allerdings wäre Salzgitter nichts, ohne seine Menschen. Unsere Stadt ist ein bunter Haufen aus Menschen und Meinungen!" Immer wieder kamen und kommen Menschen nach Salzgitter auf der Suche nach Zukunft und einem besseren Leben. Wir nehmen die Menschen auf und heißen sie willkommen. In Salzgitter seien sich alle einig: Was wir nicht haben wollen ist Rassismus, Ausgrenzung, Hass und Gewalt. Die Veranstaltung heute, am Internationalen Tag gegen Rassismus könnte ein Auftakt sein, um in den nächsten Jahren an anderen Orten in der Stadt weiter zu machen.

Anschließend spielte der osnabrücker Liedermacher Thore Wittenberg eigene Stücke, die er selber als "Akustikpunk" bezeichnete.

Es folgte ein nachdenklicher Beitrag des Kranich Gymnasiums mit Alina aus der 9b und ihrer Lehrerin. Das Kranich ist eine "Schule ohne Rassimus, Schule für Courage" und war mit dem kompletten Jahrgang 9 und 11 angereist. Im Rahmen einer Projektwoche hatten sich Schülerinnen und Schüler mit dem KZ Drütte beschäftigt. Ihr Fazit dieser Erinnerungsarbeit: So sollten Menschen nie wieder behandelt werden! Alina las den in der Projektwoche entstandenen Text "Gedanken einer Häftlingsmütze" (Text als download unten).

Abschließend gab es noch einmal Musik von Deeooh.

 


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