IG Metall Salzgitter-Peine
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26.06.2022, 05:06 Uhr

Tarifrunde Stahl 2022

Tarifeinigung in der Stahlindustrie: Alle Daumen gehen nach oben.

  • 16.06.2022
  • Aktuelles

+++ IG Metall holt höchstes Prozente-Ergebnis im Stahl seit 30 Jahren +++ Zehnstündige Verhandlung endet mit einer Sechs vor dem Komma +++ „Wir haben für ordentlich mehr Geld im Portemonnaie gesorgt“ +++ Begeisterung in den Betrieben

Am Ende gibt es stehenden Applaus – für den Verhandlungsführer Knut Giesler. Für das Team hinter ihm. Für die Metallerinnen und Metaller aus der Verhandlungskommission, die eine Nacht lang mit den Arbeitgebern um Prozente und Monate gerungen haben. „Wir haben diese Tarifrunde gerockt“, ruft Giesler. Die rund 100 Mitglieder der Tarifkommission danken ihm und seinen Mitstreitern mit Klatschen und Begeisterungsrufen.

Nachts um 3:32 Uhr hatte der Bezirksleiter der IG Metall NRW seine Unterschrift unter das Verhandlungsergebnis gesetzt – ein Ergebnis, das sich sehen lassen kann: Die Beschäftigten der nordwestdeutschen Stahlindustrie erhalten ab August 6,5 Prozent mehr Geld. Für die Monate Juni und Juli erhalten sie zudem insgesamt 500 Euro. Auch Auszubildende erhalten
die 6,5 Prozente, außerdem eine Zahlung von 200 Euro. Der neue Tarifvertrag gilt für 18 Monate.

Die Fachleute der IG Metall mussten tief in den Archiven kramen, um ein ähnlich gutes Tarifergebnis zu finden. Der Abschluss aus der Nacht von Dienstag auf Mittwoch ist das höchste Prozente-Plus seit 30 Jahren. Damit ist die Strategie der IG Metall aufgegangen. Die
Mitglieder hatten eine reine Einmalzahlung abgelehnt und sich angesichts der stark steigenden Preise und der guten Gewinne in der Stahlindustrie für eine deutliche tabellenwirksame Erhöhung stark gemacht. Die erhalten sie nun. „Wir haben für ein deutliches Plus im Portemonnaie gesorgt“, sagt Knut Giesler. Und: „Wir haben die Arbeitgeber bis an die Schmerzgrenze getrieben.“

Die Reaktionen aus den Betrieben fielen entsprechen positiv aus „Ein Bombenergebnis“, sagte Tekin Nasikkol, Gesamtbetriebsratsvorsitzender bei Thyssenkrupp Steel in Duisburg. „Ein Hammer“, sagte Ralf Heppenstiel von Outokumpu in Dillenburg. „Ich bin stolz auf Euch“, sagte Bernd Sasse von Thyssenkrupp Steel in Finnentrop. Schon in der Nacht hatte sich die Nachricht von dem Abschluss über Handys und soziale Medien in Windeseile verbreitet – und hochgestreckte Daumen geerntet. Der Erfolg, betont Giesler, hatte einen Grund: die massive Welle von Warnstreiks. 32.000 Beschäftigte beteiligten sich – auch das eine Zahl, die es lange nicht mehr gegeben hat (siehe Bilder im Mittelteil dieses Flugblatts).

Jetzt wird das Ergebnis in den Betrieben diskutiert. Die Tarifkommission hat am Mittwoch in Düsseldorf einstimmig beschlossen: Sie empfiehlt die Annahme.


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