IG Metall Salzgitter-Peine
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18.06.2024, 14:06 Uhr

Aufsichtsratswahl 2022 bei Volkswagen

IG Metall-Delegierte stellen ihre Liste für die Arbeitnehmerseite bei Volkswagen auf

  • 18.05.2021
  • Aktuelles

Jörg Hofmann und Daniela Cavallo führen die Wahlliste gemeinsam an +++ Alle deutschen Fahrzeugmarken sind mit dem Wahlvorschlag vertreten +++ Ostdeutsche VW-Standorte haben mit Jens Rothe erstmals eigenen Vertreter +++ Drei Frauen kandidieren +++ Matias Carnero (Seat) auf internationalem Mandat

Die Arbeitnehmerseite bei Volkswagen hat ihre Liste für die Aufsichtsratswahl 2022 aufgestellt. Mehr als 400 Delegierte aus den Reihen der IG Metall beschlossen den Wahlvorschlag während einer Konferenz in Hybridform. Dafür hatten sich alle Kandidierenden in Wolfsburg versammelt und die Delegierten waren digital für den Dialog aus ganz Deutschland zugeschaltet.

Der Erste Vorsitzende der IG Metall, Jörg Hofmann, und die Vorsitzende des Volkswagen-Konzernbetriebsrats, Daniela Cavallo, führen die Liste gemeinsam an. Außerdem stehen die folgenden sieben Personen auf der Liste: Conny Schönhardt (Unternehmensbeauftragte der IG Metall für Volkswagen), Matias Carnero (Vorsitzender des Betriebsrates bei Seat in Martorell sowie Präsident der Gewerkschaft UGT Catalunya), Peter Mosch (Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats bei Audi), Saki Stimoniaris (Vorsitzender des Konzernbetriebsrats bei MAN und TRATON), Werner Weresch (Vorsitzender des Gesamt- und Konzernbetriebsrats bei Porsche), Daniela Nowak (Vorsitzende des Betriebsrates in Braunschweig) und Jens Rothe (Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats bei der Volkswagen Sachsen GmbH). Der fehlende zehnte Platz auf der Liste der Arbeitnehmerseite entfällt auf die Leitenden Angestellten bei Volkswagen, bei denen die Nominierung wie üblich eigenständig abläuft.

Mit Blick auf die aktuelle Besetzung des Aufsichtsrates der Volkswagen AG würden über die nun aufgestellte Liste Daniela Nowak und Jens Rothe 2022 neu in das Kontrollgremium einziehen. Daniela Nowak (50) kennt das Komponentenwerk Braunschweig mit seinen mehr als 8.000 Beschäftigten, seit sie dort als 16-Jährige ihre Ausbildung zur Werkzeugmacherin begann. Seit 27 Jahren ist Nowak Mitglied des Betriebsrates. Anfang Mai übernahm sie die Funktion der Vorsitzenden von ihrem Vorgänger Uwe Fritsch. Jens Rothe wurde 1970 in Zittau (Kreis Görlitz) geboren. Zur Wendezeit brach er ein Studium der Elektrotechnik ab und begann 1990 in der Fahrzeugmontage beim damaligen VEB Sachsenring in Zwickau. Seit 1991 ist Jens Rothe bei der Sächsischen Automobilbau GmbH, der späteren Volkswagen Sachsen GmbH beschäftigt. Noch 1991 wurde er in den ersten Betriebsrat des Unternehmens am Standort Zwickau-Mosel gewählt. Seit 1996 ist er dort Vorsitzender und auch Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Volkswagen Sachsen GmbH sowie seit 2007 stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates der VW Sachsen GmbH. Mit Jens Rothe haben die ostdeutschen VW-Standorte Chemnitz, Dresden und Zwickau mit ihren mehr als 12.000 Beschäftigten erstmals einen Vertreter auf der IG Metall-Liste für die Aufsichtsratswahl. Das Kontrollgremium nächstes Jahr verlassen würden mit der neuen Liste Bertina Murkovic (VW Nutzfahrzeuge) und Ulrike Jakob (VW Kassel). Die beiden waren 2017 bei der damaligen Wahl in den Aufsichtsrat eingezogen.

Jörg Hofmann sagte: „Mit diesem Team sind wir weiter bestens aufgestellt, um die großen Herausforderungen der Transformation auch zukünftig zum Vorteil von Belegschaft und Unternehmen aktiv zu gestalten. Ich bin überzeugt: Unsere IG Metall präsentiert hier einen starken Vorschlag mit enormer Expertise, in dem sich die ganze Belegschaft wiederfindet. Mit Matias Carnero sieht die Liste außerdem erneut ein internationales Mandat vor.“

Daniela Cavallo sagte: „Die neue Liste bildet unsere vielfältigen Stärken ab: Mit Audi, MAN, Porsche und VW sind darauf alle großen deutschen Konzernmarken vertreten, außerdem repräsentiert die Liste die Belange unserer Fahrzeug- und Komponentenwerke. Wie zuvor steht der Wahlvorschlag aber auch für die Angelegenheiten aller weiteren internationalen Marken und Gesellschaften, die von uns mit ebenso großem Einsatz vertreten werden.“

Anfang 2022 steht für die Arbeitnehmerseite bei Volkswagen ein Superwahljahr an. Denn im Frühjahr fallen die Wahl für die Vertreterinnen und Vertreter im Aufsichtsrat mit der Wahl für den Betriebsrat an den Standorten zusammen. Das passiert nur alle 20 Jahre, weil der Betriebsrat für vier und die Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat für fünf Jahre gewählt wird.

Hintergrund der Platzverteilung: Im Aufsichtsrat der Volkswagen AG sind insgesamt 20 Mandatsträger*innen vertreten. Die Arbeitnehmerseite stellt zehn Sitze, die anderen zehn entfallen auf die Anteilseigner. Von den zehn Plätzen der Arbeitnehmerseite entfallen drei auf gewerkschaftliche Mandate, sechs auf Betriebsangehörige und ein Platz entfällt auf die Leitenden Angestellten. Basis dafür sind das Aktien- und das Mitbestimmungsgesetz.


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