IG Metall Salzgitter-Peine
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31.07.2021, 02:07 Uhr

Die IG Metall empfing ihre Jugendvertretungen beim „JAV Empfang“ im Gewerkschaftshaus

Jugendvertretungen fordern sichere Ausbildungsplätze

  • 16.07.2021
  • Aktuelles

Nie zuvor wurden weniger neue Ausbildungsverträge geschlossen als im vergangenem Jahr und die Zahl junger Menschen ohne Berufsabschluss wächst. Im Kontext dieser angespannten Situation haben sich rund 40 Jugendvertreter der IG Metall Salzgitter-Peine bei einem JAV Empfang im Gewerkschaftshaus getroffen. Obwohl ihre Wahl bereits im letzten Herbst stattgefunden hatte, war es nun erstmals möglich, überbetrieblich zusammenzukommen.

Auch bei den Jugendvertretungen macht sich die Krise auf dem Ausbildungsstellenmarkt bemerkbar. Da immer weniger Schulabgänger in den Industriebetrieben Fuß fassen, hat sich ihre Anzahl deutlich verringert. Viele blicken mit großer Sorge auf die Entwicklungen des Ausbildungsmarktes. „Die Ausbildungsquoten in Salzgitter-Peine sinken und die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe nimmt seit Jahren ab. Der aktuelle Konflikt bei MAN Salzgitter ist die Spitze eines Eisberges, der die Zukunft junger Menschen in der Region bedroht“, meint Ozan Inci, Vorsitzender der Jugendvertretung bei Volkswagen Salzgitter.

Anlässlich der anstehenden Bundestagswahlen fordern die JAV-Gremien, die sich alle in der IG Metall Salzgitter-Peine organisiert haben, eine gesetzgeberische Steuerung bei der Ausbildung. Die Betriebe müssen in die Pflicht genommen werden, den von ihnen benötigten Fachkräftenachwuchs auch auszubilden. Nur nach Fachkräften zu rufen reicht nicht aus. Damit junge Menschen sich für einen Ausbildungsberuf entscheiden, müssen auch attraktive Arbeitsbedingungen und gute tarifliche Bezahlung sichergestellt sein. „Eine Garantie für Ausbildungsplätze, verbunden mit einer unterstützenden Umlagefinanzierung, haben mehrere Parteien im Wahlprogramm aufgenommen. Wir fordern, dass nach den Wahlen auch Taten folgen“, so Inci weiter.

Die Jugendvertretungen konnten gemeinsam mit Betriebsräten und der IG Metall in den letzten Jahren viele Ausbildungsplätze verteidigen. Darüber hinaus haben sie die Übernahme der Auslernenden überwacht und teils sehr erfolgreich dazu beigetragen, die Qualität der Berufsausbildung in den Industrieunternehmen zu verbessern. Daher ist es bedauerlich, dass ihre Arbeit häufig geringe Anerkennung erhält. „Bei dem Empfang haben JAV Kolleginnen und Kollegen davon berichtet, dass sie sich oft bei Vorgesetzten rechtfertigen müssen, wenn sie JAV Tätigkeiten ausüben wollen. Bei manchen wird der gesetzliche Qualifizierungsanspruch in Frage gestellt und sogar die Übernahme blockiert oder erschwert. Gerade die Corona-Zeit hat uns doch deutlich gemacht: JAV Arbeit ist absolut notwendig und darf nicht behindert werden“, so Jill Höwing, Vorsitzende der JAV der Salzgitter Flachstahl und Sprecherin der Konzernjugendvertretung der Salzgitter AG.

Der Empfang war für die Jugendvertretungen der Startpunkt, die überbetriebliche Vernetzung voranzutreiben und gemeinsame Projekte anzugehen. So planen einige JAV-Gremien mit der IG Metall Jugend Anfang Oktober einen „Respekt Azubi Cup“ durchzuführen, um bei einem gemeinsamen Fußballturnier ein Zeichen für Vielfalt und Diversität zu setzen und den Stellenwert dualer Berufsausbildung in der Region zu unterstreichen.


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